Am 25. Dezember 1999 verstarb Melanie Weber kurz vor ihrem 95. Geburtstag. Sie gehörte unbestritten zu den Pionieren der Branche und ist es – gerade, weil sie nicht im Zentrum des „veröffentlichten“ Interesses stehen wollte – wert, dass wir auch hier noch einmal an diese bemerkenswerte Frau erinnern.
1930 verkaufte sie das erste Hörgerät im Unternehmen Heini Weber und ab 1984 testete sie, selbst hörbehindert, jede neue Hörgeräte-Generation. Als Betroffene konnte sie den Mitarbeitern der Hörgeräte-Beratung Heini Weber mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Einiges zu ihrer »Historie«: Melanie Weber gründete mit ihrem Mann Heini Weber 1930 in Kassel die Firma Heini Weber. Mit ihrer aktiven
Unterstützung und 9 Mitarbeitern wurden die ersten Spezialabteilungen für Brillenoptik, Foto und Radio eingerichtet. Hier betreute sie auch ihre ersten schwerhörigen Kunden. Zu der damaligen Zeit wurden die Geräte mit Kohlemikrofonen bei der Deutschen Akustik Berlin und der Firma Siemens hergestellt. Frau Weber versorgte mit diesen Geräten die Betroffenen.
Das Unternehmen wuchs, und bei Kriegsausbruch waren mittlerweile 38 Mitarbeiter bei der Firma Heini Weber beschäftigt. Nach mehrfacher Ausbombung im Krieg wurde der Betrieb, nach Zwischenstation in Melsungen, 1949 an dem jetzigen Standort in der Wilhelmsstraße 1 in Kassel erneut aufgebaut. Hier wurde auch als 4. Spezialabteilung die Hörgeräte-Beratung als eigenständiger Bereich angegliedert.
1957 erweiterte man die Radioabteilung um Fernseher und Schallplatten. Eine zentrale Reparaturwerkstatt kam ebenfalls hinzu. Der ehemalige Ausweichbetrieb in Melsungen war inzwischen zu einer Zweigstelle des Unternehmens ausgebaut worden.
1959 wurde die Firma Heini Weber in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Die Tochter Marianne und der Schwiegersohn Dipl.-Ing. Günther Kern traten dem Betrieb bei.
In Fulda entstand 1960 die erste Niederlassung für den Fachbereich Hörgeräte. Auch hier war die tatkräftige Unterstützung von Melanie Weber zu spüren. 1959 war der Betrieb auf ca. 120 Mitarbeiter angewachsen.
Nicht zuletzt durch den Einsatz von Melanie Weber sowie die Mitarbeit der Hörgeräte-Akustiker – Meister Günther Kern, Heinz Schmidt und, zu einem späteren Zeitpunkt, Peter Denkert, kamen in dem Fachbereich Hörgeräte weitere Filialen hinzu: 1976 in Warburg, 1977 in Hannover-Münden, 1980 in Schlüchtern, 1983 in Bad Orb, 1984 in Eschwege, 1986 in Baunatal, 1987 in Melsungen, 1990 in Hofgeismar. Eine fortgesetzte Erweiterung dieses Betriebszweiges wird auch heute noch angestrebt.
Inzwischen umfasst das Familienunternehmen Heini Weber, in dem mittlerweile auch die 3. Generation tätig ist, 9 voneinander abgegrenzte Fachbereiche mit eigener Fachbereichsleitung und ca. 160 Mitarbeitern.
Wenn sich Melanie Weber auch seit 1961 aus dem direkten Geschäftsleben zurückgezogen hat, wirkte sie doch noch bis vor wenigen Jahren aktiv im Hintergrund mit und brachte bis zu ihrem Tod ihre Lebensweisheit und ihr Einfühlungsvermögen für die Befindlichkeit schwerhöriger Menschen sowie ihren reichen Erfahrungsschatz zum Wohl des Unternehmens ein. Eine prosperierende Firma und zahllose Hörbehinderte mehrerer Generationen haben ihr viel zu verdanken.
Autor: G. K.