Zum Tode von IFHOH-Präsident Rocky Stone (To be Insider in 4 Minute n)

Ein wenig beschwert hatten ihn seine gesundheitlichen Probleme immer schon, und dennoch gab es nie ein Wort des Klagens, sondern nur den Willen, anderen zu helfen.

Nun ist er ganz plötzlich und unerwartet am 13. August [2004] in seinem Haus in Bethesda bei Washington an den Folgen einer Lungenentzündung nach kurzem Krankenhaus-Aufenthalt gestorben: Howard E. Stone, genannt Rocky. Den Spitznamen hatte er seiner Körperfülle zu verdanken, über die er auch häufig Witze machte, wenn man ihn deshalb als Behinderten behandelte und nicht ahnte, dass der Mann auch noch stark schwerhörig und zuletzt auch fast blind war.
Rocky Stone hatte nach seinem Studium eine glänzende Karriere beim CIA gemacht, worüber er wenig sprach, aber man wusste, dass er dort nach über 25 Dienstjahren mit dem höchsten Orden ausgezeichnet wurde. Sein durch den 2. Weltkrieg bedingter beidseitiger Hörverlust brachte ihn zum Engagement für Schwerhörige. So gründete er 1979 die derzeit weltweit größte Selbsthilfeorganisation für Schwerhörige (SHHH) in Washington und wurde 1988 vom damaligen U.S.-Präsidenten Ronald Reagan in den Vorstand für einen nationalen Behindertenrat berufen, der den Auftrag hatte, nach Inkrafttreten des neuen Americans with Disabilities Act (ADA) 1990 Richtlinien für die Durchführung von Barrierefreiheiten zu erstellen und zu sichern. Bis 1993 war Rocky Stone Vorsitzender der amerikaweiten SHHH und von 1996 bis 2000 dann Präsident der International Federation of Hard of Hearing People (IFHOH), die Krönung seines Einsatzes für Schwerhörige und Ertaubte.

Seine Verdienste herauszustellen, würde der Platz hier nicht reichen, weshalb der Hinweis auf die Webadresse www.hearingloss.org erlaubt sei.

Rocky Stone hat Maßstäbe gesetzt, Er war ein Mann der Tat und der klaren Entscheidungen, Kompromisse gab es nicht. Er war konsequent in seinen Vorhaben, er brach Diskussionen ab, wenn er der Meinung war, dass genug geredet worden war (»next point of the agenda please« hieß es dann trocken), so wurden Sitzungen rasch und erfolgreich beendet, und es blieb viel Zeit für den ebenso wichtigen Gedankenaustausch, eine seltene Gabe, die man bei vielen Verbandsvorsitzenden vergeblich sucht. Immer aber war Rocky Stone auch jemand, der anderen Mut machte. Mit CI und Blindenstock ausgestattet, schmetterte er alle jene ab, die jammernd fragten, ob es denn noch »ginge« und wie er klarkomme. Er habe keine Probleme, konterte er dann trocken, aber möglicherweise müsse man für die Fragesteller etwas tun!

Anteilnahme gilt seiner Witwe Ahme, mit der er 53 Jahre verheiratet war und die in den letzten Jahren zur zentralen Persönlichkeit an seiner Seite wurde. Die internationale Welt der Schwerhörigen ist um eine Personlichkeit ärmer.

Autor: Claus Harmsen

 

Autor: Thomas Keck

Thomas Keck ist durch seinen Beruf als Hörsystemakustiker bestens mit der Präzision und Sorgfalt vertraut, die sowohl für die technische Arbeit als auch für den direkten Kundenkontakt erforderlich sind. Sein Werdegang zeugt von einer kontinuierlichen Entwicklung und einem hohen Maß an Fachwissen, unterstrichen durch den Meisterbrief und die Selbstständigkeit. Er verfolgt seine Interessen mit Leidenschaft und widmet sich einer Vielzahl von Aktivitäten, von Musik über die Beschäftigung mit Oldtimern bis hin zur Werteschätzung der Bibel. Thomas bewundert Menschen, die in ihrem Feld Spitzenleistungen erbringen, wie diverse Musiker und Schauspieler. Dies deutet auf eine hohe Wertschätzung für Expertise und handwerkliches Können hin.

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