Das hohe Fis – Premiere mit moderner deutscher Technik (To be Insider in 8 Minute n)

Sie ist schwerhörig, trotzdem gilt sie schon heute als Cellistin von Weltklasse. Bei einem Besuch in Bergisch Gladbach im Firmensitz der Interton Hörgeräte GmbH jagte Catriona Hetherington, 28, aus Glasgow den anwesenden Pressevertretern einen Schauer über den Rücken. Mit einem Jauchzen gestand die junge Cellistin: »Diesen Ton habe ich noch nie zuvor in meinem Leben gehört.«

Das hohe Fis war nur eine Besonderheit, die Catriona ein bedeutendes Stück Lebensgefühl weiterbrachte. Die Anpassung der Bionic-Hörgeräte »Made in Germany« auf die höchsten Ansprüche der Virtuosin ließ auch für die anwesenden Techniker von Interton keinen Zweifel an dem Entwicklungserfolg dieser neuen Generation digitaler Hörhilfen.

Für unsere Hörgeräte-Akustikerin Stephanie Pilicari war die Anfrage der jungen Cellistin eine Herausforderung »Ich wusste, dass wir in der Entwicklung unserer neuen Bionic-Serie eben solche komplizierten Probanden bräuchten, um das Höchstmaß an Leistung bei einem Maximum an Komfort zu komponieren.« Deshalb bekam sie einen Prototyp, sollte genauestens protokollieren, welche Anforderungen ihrem hochkomplizierten Hörmuster genügen könnten.

Stephanie Pilicari: »Die nun fast einjährige Praxis im Umgang mit Frau Hetherington und ihren Bionic-Hörgeräten gab uns die Antworten, die unsere Entwicklungsabteilung in der Programmierung umsetzen musste.«

Renommierte internationale Musikpreise hat die 27-jährige Musikerin aus Schottland bereits errungen. Das berühmte Kennedy Center war ausverkauft, als Catriona Hetherington in Washington mit Werken von Johann Sebastian Bach den Rosemary Kennedy International Young Soloist Award errang.

Die gefälligen Töne des Cellos lagen ihr sehr. Und der große Resonanzboden ließ sie die Musik nicht nur hören, sondern auch »spüren.«
»Ich habe die Töne, die ich nicht hören konnte, zu ahnen und zu fühlen gelernt.« Mit höchster Präzision führte sie Grifffolgen aus, ersetzte die Frequenzen, die sie nicht hören konnte, durch unablässiges Üben, »bis ich den Ton in den Vibrationen der Saiten fühlte«. Heute ist sie dank modernster Technik aus Deutschland, ihrem außerordentlichen Talent und immensem Fleiß eine der Großen der internationalen Musikszene.

Dazu Stefan Bevier, Dirigent internationaler Orchester, Chefdirigent des Festival-Sinfonieorchester Berlin und Associate Chorusmaster des Philharmonia Chorus London: »Die Leistung dieser jungen Künstlerin ist um so höher zu bewerten, wenn man wie ich als Dirigent einschätzen kann, wie schwer es schon junge Talente ohne Behinderung haben, sich in der internationalen Musikwelt einen Ruf zu erarbeiten. Ich werde ihre weiteren Erfolge beobachten und habe vor, mit ihr zu konzertieren.«

Dass auch andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit einer ähnlichen Behinderung große Erfolge auf ihrem Gebiet haben, zeigen folgende Beispiele: Dirigent Sir Thomas Beecham und die Vibraphonistin Evelyn Glennie, die wie auch Filmstar Barbara Streisand, Sänger Phil Collins, Porträtmaler David Hockney oder der Varieté-Künstler Dario Fo, VW-Vorstand Dr. Martin Westhofen oder Kaffee-Großröster Albert Darboven nicht an einer Hörschwäche resignierten, die längst keinen Karriere-Bruch mehr bedeuten muss.

Nicole Neben fasst ihre Eindrücke über die Auswirkungen der neuen Bionic-Technologie so zusammen: »Die Anpassung war bei einer anspruchsvollen Trägerin wie Frau Hetherington sehr beeindruckend. Es war eine große Herausforderung an Mensch und Technik, sämtlichen Wünschen von Catriona gerecht zu werden. Gemeinsam haben wir es letztendlich geschafft, die Cello-Solistin mit all den Anforderungen an ihre neuen »kleinen Freunde« von Interton zufrieden zu stellen. Mir ist eine richtige Gänsehaut über den Rücken gelaufen, als sie gar nicht mehr aufhören wollte zu spielen, weil der Klang, den sie nun selbst hörte, auch für sie neu und so imposant war. Ein Ergebnis, das nur mit unseren Bionic-Hörsystemen möglich war.«
Grund für uns alle, ein wenig stolz sein zu dürfen, wie dank unserer Technologie vielen Menschen im ganzen Land – und darüber hinaus in 50 Ländern dieser Welt – geholfen werden kann auf ihrem Weg zu besserem Hören.

Bionic enthält eine völlig neue Art der Signalverarbeitung, die jetzt erstmalig als Hörgeräte-Algorithmus erhältlich ist. Dank der integrierten ADRO™-Signalverarbeitung werden Signale unkomprimiert verarbeitet. Die Signalverarbeitung arbeitet unabhängig in 32 Kanälen und wird mit Hilfe von Fuzzy-Logik gesteuert. Die aufwändige Justierung von Kompressions-Verhältnissen, -Kniepunkten, -Regelzeiten und -Verstärkungswerten entfällt. An deren Stelle treten die Bionic-Regeln, die, gesteuert durch die Fuzzy-Logik – Regeln, eine Verstärkungsänderung auslösen. Bionic verwendet für diese Regeln nicht das Eingangssignal wie bei Kompressionsgeräten, sondern analysiert das Signal am Ausgang des Hörgerätes. Überschreiten Signalanteile des Ausgangssignals eine der Grenzen, tritt eine adaptive Verstärkungsänderung inkraft.

Autor: Reinhard Wöbke

BIONIC –
technische Features
  • Monitoring der Charakteristik des Ausgangssignals:
    keine festen Eingangs-/ Ausgangs-Regeln
  • Komfort- und Hörbarkeits-Grenzen:
    kein Kompressionsverhältnis oder Regelschweile
  • Signalprozess in 32 Kanälen
  • Komfort-Skalierung während der Anpassung:
    zur Bestimmung des individuellen Komfortpegels
  • Einfache Anpassung:
    Implementierung in CompuFit
  • Adaptiver Rückkopplungsmanager
  • Adaptives Beamforming
  • Bis zu 3 Komfortprogramme individuell variierbar
  • wählbare Signaltöne bei Programmwechseln
  • Batteriewarnsignal
  • Programmierbare Telefonspule
  • »Mobile Interference Protection (MIP)« für Abschirmung von Mobilfunk-Strahlung
  • Programmierbares Potentiometer

 

 

Autor: Thomas Keck

Thomas Keck ist durch seinen Beruf als Hörsystemakustiker bestens mit der Präzision und Sorgfalt vertraut, die sowohl für die technische Arbeit als auch für den direkten Kundenkontakt erforderlich sind. Sein Werdegang zeugt von einer kontinuierlichen Entwicklung und einem hohen Maß an Fachwissen, unterstrichen durch den Meisterbrief und die Selbstständigkeit. Er verfolgt seine Interessen mit Leidenschaft und widmet sich einer Vielzahl von Aktivitäten, von Musik über die Beschäftigung mit Oldtimern bis hin zur Werteschätzung der Bibel. Thomas bewundert Menschen, die in ihrem Feld Spitzenleistungen erbringen, wie diverse Musiker und Schauspieler. Dies deutet auf eine hohe Wertschätzung für Expertise und handwerkliches Können hin.

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