»Lieber Frankie!« – poetisches Kinoerlebnis (To be Insider in 8 Minute n)

Kinofilm über die Gefühlswelt einer Familie und ihren gehörlosen Sohn:

 

Ein Juwel.
Voller Zärtlichkeit,
Tiefe und Weisheit.

HOLLYWOOD REPORTER

 

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Der neue Kinofilm »Lieber Frankie!« erzählt die bewegende Geschichte von Lizzy (Emily Mortimer) und ihrem Sohn Frankie (Jack McElhone) mit viel Gefühl, starken Momenten und in wunderbaren Bildern. Gefühlvoll zeigt Emily Mortimer die Schwierigkeiten einer jungen Mutter, die ihren Sohn mit aller Kraft zu beschützen versucht und aus diesem Grund eine Scheinwelt für ihn aufbaut. Gerard Butler zieht als mysteriöser Fremder die Zuschauer in seinen Bann. Jack McElhone mimt den introvertierten und doch unglaublich liebenswürdigen Frankie. Beim Festival de Cannes war »Lieber Frankie!« einer der großen Publikumshits und wurde überschwänglich gefeiert.

Kurzinfo

Der 9-jährige Frankie muss wie so oft in seinem Leben die Koffer packen und mit Mutter und Oma erneut von einem Städtchen in Schottland zum nächsten umziehen. Seinen Vater, der auf HMS »Accra« als Matrose um den Erdball reist, kennt er nur aus Briefen. Leidenschaftlich oft schreibt ihm der Junge und erzählt darin alles, was ihn bewegt.
Was Frankie nicht weiß – seine Mutter ist es, die ihm antwortet. Sie erwähnt später gegenüber dem Fremden, der seinen Vater mimen soll: »Dies sind die Momente, in denen ich seine Stimme hören kann und deshalb ermuntere ich ihn immer wieder, seinem Vater zu schreiben.« Mit bunten Briefmarken und exotischen Abenteuern schmückt sie diese Briefe aus. Mit der Geschichte über den Vater, die sie für den gehörlosen Jungen erfunden hat, versucht Lizzy, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch als die »Accra« quasi vor ihrer Haustür vor Anker geht, muss sie sich entscheiden: Soll sie Frankie die Wahrheit erzählen – oder einen Mann suchen, der sich als Frankie’s Vater ausgibt – nur einen Tag lang …

Stille Welt

Um den Zuschauern die Probleme eines gehörlosen Neunjährigen näher zu bringen, werden diverse Beispiele aufgezeigt: So soll Frankie, kaum in der neuen Stadt angekommen, in den Fish & Chips – Shop gehen und Essen besorgen. In dieser Einstellung merkt der Zuschauer auch zum ersten Mal, dass Frankie gehörlos ist. Seine Mutter schreibt ihm die Besorgungen auf ein Blatt Papier. Als Frankie den Raum verlässt, bittet seine Oma Lizzy: »Er hat so eine schöne Stimme, bitte ermuntere ihn zu sprechen,« Doch Frankie spricht während des gesamten Filmes nur ein einziges Mal und seine Lautsprache lässt sehr zu wünschen übrig. Das Hörgerät ist eher ein Schubladen-Gerät, bis seine Mutter ihn inständig bittet, es doch regelmäßig zu tragen. Im Laufe des Films wird die zunächst ungeliebte Hörhilfe regelmäßig getragen. Immer wieder erwähnt die Mutter, er sei Weltmeister im Lippenlesen.
An seinem 1. Schultag, in einer Regelschule, bereitet die Lehrerin die Kinder auf Frankie vor. Sie fragt die Kinder, wie sie sich denn Taubheit vorstellen. Darauf ein Junge: »Wunderbar, dann hört er nicht das Gemecker seiner Mutter.«

Der Film hat die Grundtendenz eines zwischenmenschlichen Dramas, doch ein wenig beinhaltet er auch Aspekte eines Mystery-Thrillers, denn dass Lizzy sich versteckt, merkt man nicht alleine daran, dass sie immer wieder umzieht, sondern an den immer wieder ins Bild gebrachten Zeitungsannoncen mit ihrem Bild und der ins Auge springenden Unterzeile »Vermisst«. Nach und nach drängen sich dem Zuschauer Fragen auf wie: »Warum ist Frankie taub?«, »Was ist mit Frankie’s richtigem Vater?«, »Wer ist der Fremde?«, »Warum ziehen die drei immer wieder um?«, »Warum wird die Vermisstenanzeige von Lizzy immer wieder in der Zeitung veröffentlicht?«.

Keine Sorge – am Ende des Films werden alle Fragen beantwortet (der Auflösung wollen wir hier nicht vorgreifen) und der Zuschauer verlässt den Filmsaal mit ein paar Tränen im Augenwinkel, aber auch mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Auf Spezialeffekte und großes Brimborium wird in dem Streifen gänzlich verzichtet, dafür steht das Zwischenmenschliche im Mittelpunkt. Die Geschichte überzeugt durch ihre brillanten Darsteller, in vielen Augenblicken wird in diesem Film nicht gesprochen, sondern durch Gestik und Blicke die Sprache ersetzt.

Film-Fakten

Großbritannien, 2004
Originaltitel: »Dear Frankie«
Regie: Shona Auerbach
Darsteller: Emily Mortimer, Gerard Butler, Jack McElhone, Sharon Small, Mary Riggans
Prädikat: besonders wertvoll
FSK: ohne Altersbeschränkung
Länge: 105 min.

Hintergrund-Information

Andrea Gibb ist die Drehbuchautorin. Sie verrät, dass sie es als Autorin schätzt, gewisse Aspekte aus ihrem eigenen Leben in ihre fiktiven Stoffe einzuarbeiten. Die Figur des Frankie macht da keine Ausnahme, denn sie hat einen tauben und stummen Cousin, mit dem sie groß geworden ist. Gibb stellte für die Drehbucharbeit intensive Recherchen an und suchte immer wieder Rat bei einem Taubstummen-Lehrer.

Shona Auerbach (Regie, Kamera) erläutert, dass sie sich noch gut erinnert, wie Andrea Gibb bei der Arbeit am Drehbuch vorschlug, dass Frankie taub sein könnte. Das empfand sie als sehr mutig, und sie war aufgeregt, denn vor nicht allzu langer Zeit hatte sie 1 Jahr lang die Zeichensprache tauber Menschen gelernt. Wichtig war ihr, dass nicht nur Jack, der den Frankie spielt, sondern alle Kinder mit Rollen in dem Film soviel wie möglich über gehörlose Menschen wussten. Bei den Proben unterhielten sie sich darüber, wie es sich wohl anfühlt, wenn man nicht hören kann. Darüber hatte zuvor noch keiner der jungen Darsteller einen Gedanken verloren. Die Regisseurin ließ sie beim Spielen einen nach dem anderen überlegen, wie sie sich verhalten würden, wenn sie taub wären. Das war interessant, weil sie sich voll und ganz auf ihre Vorstellungskraft verlassen mussten. Dann verbrachten sie einige Zeit in einem Club für gehörlose Jugendliche. Das hat am meisten gebracht, denn ungeheuer schnell lernten die Kinder zu adaptieren und gezielt Augenkontakt zu suchen, sowie mit ihren Teammitgliedern mithilfe von Handzeichen zu kommunizieren.

Als die Dreharbeiten begannen, wurden zwei taube Berater angestellt. Als Frankie’s Mutter Lizzy musste Emily Mortimer ebenfalls in der Lage sein, in Zeichensprache zu kommunizieren. Sie besuchte eine Freundin in Amerika, die einen 3-jährigen gehörlosen Sohn hat, und ließ sich unterrichten. Sie hat intensiv den Umgang zwischen Mutter und Sohn studiert und beschreibt diese Beziehung als besonders eng.

Autorin: Anja Werner

 

 

 

Autor: Thomas Keck

Thomas Keck ist durch seinen Beruf als Hörsystemakustiker bestens mit der Präzision und Sorgfalt vertraut, die sowohl für die technische Arbeit als auch für den direkten Kundenkontakt erforderlich sind. Sein Werdegang zeugt von einer kontinuierlichen Entwicklung und einem hohen Maß an Fachwissen, unterstrichen durch den Meisterbrief und die Selbstständigkeit. Er verfolgt seine Interessen mit Leidenschaft und widmet sich einer Vielzahl von Aktivitäten, von Musik über die Beschäftigung mit Oldtimern bis hin zur Werteschätzung der Bibel. Thomas bewundert Menschen, die in ihrem Feld Spitzenleistungen erbringen, wie diverse Musiker und Schauspieler. Dies deutet auf eine hohe Wertschätzung für Expertise und handwerkliches Können hin.

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