Besser zu hören überbrückt emotionale Distanzen

Hörgeräte sind keine Technikfrage.
Sie sind eine Frage von Zugehörigkeit.

Was wäre, wenn ein kleines, modernes Hörsystem leise genau dort ansetzt, wo unsere Gesellschaft die grössten Brüche hat? Zwischen Reich und Arm, weil Information plötzlich wieder für alle gleich gut zugänglich ist. Zwischen Mann und Frau, weil man sich wieder auf Augenhöhe zuhört – statt zu überhören. Zwischen Erwachsenen und Kindern, weil Gespräche nicht mehr abbrechen, sondern verbinden. Klingt gross? Ist es auch. Und genau deshalb wird darüber viel zu selten gesprochen.

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, warum gutes Hören viel mehr ist als besseres Verstehen – und wie moderne Hörgeräte heute still und unauffällig Brücken bauen: zwischen Anerkannten und Übersehenen, zwischen Gesunden und Kranken, zwischen Ortsansässigen und Fremden. Sie erfahren, was sich sofort ändert, wenn Menschen wieder sicher zuhören können, warum Zugehörigkeit oft im Ohr beginnt und wie Sie selbst – ganz ohne Pathos, aber mit System – Teil dieser stillen Lösung werden. Wichtig? Absolut. Denn wer gut hört, bleibt nicht nur informiert, sondern verbunden. Und das ist der wahre Luxus unserer Zeit. 😉

Leben mit leisen Brüchen

Viele reife SchweizerInnen leben gut eingebettet: Familie, Verein, Nachbarschaft. Und doch entstehen feine Risse – Gespräche werden anstrengend, Witze verpasst, Diskussionen gemieden.

Sozial unsichtbar: Wer schlechter hört, zieht sich zurück – oft lange, bevor es jemand merkt.

Interne Frage: Wo bin ich schon „dabei“, aber innerlich nicht mehr ganz verbunden?

Der Moment der Irritation

Der Auslöser ist selten laut, eher peinlich-leise: Man lacht zu spät, antwortet daneben, fühlt sich plötzlich „nicht mehr ganz auf Augenhöhe“.

Beispiel: Ein Vereinspräsident überlässt Sitzungen anderen – nicht aus Altersgründen, sondern wegen Hörstress.

Warum wichtig? Hier beginnt die Kluft zwischen Anerkannten und Übersehenen.

Vernünftig, aber bremsend

„Andere kommen auch ohne Hörgeräte klar.“ „Ich will niemandem zur Last fallen.“

Diese Sätze schützen Würde – und zementieren Ungleichheit.

Zwinkernd gefragt: Seit wann ist die eigene Unsichtbarkeit eigentlich Stärke?

Der Perspektivwechsel

Denn: Hören ist kein Luxus, sondern Infrastruktur – wie Licht oder Sprache.

Insight: Studien zeigen, dass verbessertes Hören soziale Aktivität messbar erhöht – unabhängig von Einkommen oder Herkunft.

AHA-Effekt: Technik wird zum sozialen Gleichmacher.

Die ungewohnten ersten Schritte

Die ersten Wochen fühlen sich „zu laut“ oder fremd an. Alte Muster melden sich zurück: Rückzug, Skepsis, Vergleich.

Praxis: Wer dranbleibt, merkt nach 3–4 Wochen weniger Ermüdung, mehr Dialog.

Interne Frage: Halte ich noch fest – oder lasse ich mich ein?

Die stille Erkenntnis

Der Durchbruch kommt nicht akustisch, sondern menschlich. Gespräche laufen wieder gleichwertig – unabhängig von Status, Geschlecht oder Herkunft.

Beispiel: Eine Grossmutter versteht ihr Enkelkind wieder ohne Nachfragen.

Ihr Schlüssel: Hören überbrückt Generationen schneller als jedes Erziehungskonzept.

Neue Haltung, neue Rolle

Mit gutem Hören kehrt Präsenz zurück. Jeder beteiligt sich weiter, argumentiert, lacht mit – ohne Anstrengung.

Effekt: Die Kluft zwischen Reich und Arm schrumpft, weil Information wieder gleich zugänglich wird.

Emotion: Würde statt Rückzug. Zugehörigkeit statt Schonung.

Brückenbauer im Alltag

Heute erzählen Betroffene nicht von Technik, sondern von Freiheit. Sie laden andere ein – ohne Druck, mit Erfahrung.

So helfen Sie anderen:

  • Vorleben statt Überzeugen
  • Zuhören statt Belehren
  • Mut machen statt bewerten

Magischer Nebeneffekt: Wer gut hört, verbindet Welten – leise, nachhaltig, eben typisch schweizerisch.

Leise entschieden, stark verbunden

Wenn wir ehrlich sind, war der alte Glaubenssatz bequem: „So schlimm ist es nicht, ich komme schon zurecht.“ Er klang vernünftig, souverän, fast tugendhaft. Und genau deshalb hat er so lange gehalten. Doch diese Reise zeigt etwas anderes: Nicht das Aushalten schafft Stärke, sondern das bewusste Gestalten. Moderne Hörlösungen überbrücken keine Dezibel – sie überbrücken Abstände zwischen Menschen. Zwischen Jung und Alt, Sicher und Unsicher, Dazugehörig und Aussenstehend. Das alte Denken fällt leise in sich zusammen, weil es dem neuen nicht mehr standhält: Gutes Hören ist keine Schwäche, sondern soziale Intelligenz.

Der neue Gedanke ist angenehm smart: ruhig, klar, wirkungsvoll. Ich entscheide mich für Teilhabe – und gebe mir dafür die richtigen Werkzeuge.

Für Ihre Sicherheit im Alltag, im Verkehr, im Gespräch.

Für weniger Ermüdung, klareren Kopf, mehr Energie am Abend.

Sie gewinnen Selbstvertrauen ohne Lautstärke sowie Gelassenheit ohne Rückzug.

Wegen Gesprächen auf Augenhöhe, Nähe ohne Anstrengung, Zugehörigkeit ohne Erklärung.

Und Sie werden unabhängiger, aktiver – und irgendwie wieder der Mensch, der andere selbstverständlich mitnimmt, statt hinterherzulaufen.

Was heisst das ganz praktisch – ab heute, ohne Drama? Nicht alles infrage stellen, sondern einen guten Prozess beginnen. Sich beraten lassen, fair einlassen, konsequent eingewöhnen. Das ist kein Aktionismus, das ist Führungsqualität. Wer besser hört, lebt nicht lauter, sondern klarer. Und genau das hebt Ihren Lebensstandard: leise, stabil, nachhaltig. Fast unspektakulär. Und gerade deshalb so wirkungsvoll.

 

 

Gute Hörgeräte kosten immer 5’000 CHF und mehr?

In der Schweiz steht dieser Satz oft für etwas Positives: für höchste Güte, Präzision und den Anspruch, keine halben Sachen zu akzeptieren. Und ja – herausragende Schweizer Qualität hat ihren Wert. Genau das schätzen wir. Was dabei aber häufig übersehen wird: Hervorragende Hörlösungen gibt es heute in unterschiedlichen Qualitätsstufen, sauber kalkuliert, transparent erklärt und passend zum tatsächlichen Bedarf – nicht nach Pauschalurteilen.

In diesem Beitrag zeige ich Dir, wie modernes Hören heute wirklich funktioniert: von solider, alltagstauglicher Technik bis hin zu Premium-Lösungen auf höchstem Niveau, ergänzt durch faire Finanzierungs- und Abo-Modelle. Du erfährst, warum gutes Hören kein Luxus sein muss, sondern eine bewusste, planbare Investition in Sicherheit, Lebensfreude und Selbstständigkeit ist. Wer Wert auf Qualität legt, will verstehen – und genau das bekommst Du jetzt.

1️⃣ Preis ist nicht gleich Wert

Viele setzen im Kopf automatisch ein Gleichzeichen: teuer = gut, unter 5’000 CHF = schlecht. Das war früher teilweise verständlich – heute ist es schlicht überholt.

Ich sehe täglich KundInnen, die mit 1’800–2’800 CHF pro Seite exzellent hören, weil Technik passend gewählt wurde, nicht maximal.

Insight:
Über 70 % der Hörprobleme im Alltag betreffen Sprache im ruhigen bis moderaten Umfeld – dafür braucht es keine Vollausstattung.

Was bedeutet das genau?
Nicht der Preis entscheidet über Hörqualität, sondern die Passung zu Ihrem Leben.

2️⃣ Die Schweiz denkt in Stufen – nicht in Extremen

In der Schweiz kaufen wir auch kein Auto nur in „Basis-“ oder „Vollausstattung“. Genau so ist es bei Hörgeräten.
Es gibt klar definierte Technologiestufen, jede mit sauberem Nutzenversprechen – transparent, nachvollziehbar, fair.

Praxisbeispiel:
Ein 59-jähriger Unternehmer aus St. Gallen:

  • Premium nötig im Beruf
  • Mittelklasse völlig ausreichend privat
    👉 Lösung: hybride Anpassung, nicht Maximalpreis.

Was das für Dich bedeutet:
Du darfst differenziert entscheiden – ganz schweizerisch vernünftig.

3️⃣ Hervorragende Technik ist heute skalierbar

Moderne Hörsysteme sind Software-getrieben. Viele Premium-Funktionen lassen sich freischalten, upgraden oder zeitweise nutzen.
Das verändert alles: Du musst nicht alles sofort kaufen.

Wichtig:
Die Elektronik im Inneren vieler Mittelklasse-Geräte ist identisch mit Premium – der Unterschied liegt im Funktionsumfang.

Was das übersetzt heisst?
Du investierst heute sinnvoll und behältst alle Optionen für morgen.

4️⃣ Abo-Modelle entsprechen moderner Schweizer Realität

Niemand wundert sich mehr über Leasing, Abos oder Serviceverträge – im Gegenteil.
Beim Hören bedeutet das: tiefer Einstieg, volle Betreuung, planbare Kosten.

Konkrete Zahlen:

  • ab 50 bis 250 CHF pro Monat
  • inklusive Service, Anpassungen, oft Versicherung
  • kein Risiko, kein Technikstress

„Was bekomme ich dafür?“
Hörqualität wird zugänglich, ohne Kompromisse bei Würde oder Qualität.

5️⃣ Die wahre Investition ist Lebensqualität – nicht Technik

Was wirklich teuer ist, sehen wir leider oft zu spät:

  • Missverständnisse
  • Rückzug
  • Unsicherheit im Verkehr
  • schleichender sozialer Verlust

Erfahrung:
Menschen bereuen nie, zu früh etwas fürs Hören getan zu haben – nur zu spät.

Was dies zur Folge hat?
Die klügste Entscheidung ist nicht die teuerste, sondern die rechtzeitige.

Kurz zusammengefasst – klar, schweizerisch, wirksam:
  • ✔ Qualität hat ihren Preis – aber nicht nur einen
  • ✔ Gute Hörlösungen sind abgestuft, planbar und fair
  • ✔ Technik soll dienen, nicht belasten
  • ✔ Heute entscheiden heisst: Sicherheit, Selbstständigkeit, Zugehörigkeit bewahren

👉 Der nächste sinnvolle Schritt:
Nicht rechnen. Erleben. Testen. Vergleichen.
So entscheiden Menschen, die Wert auf Qualität legen – und auf ihr Leben.

Die Lösung

Lass uns ehrlich sein: Das bisherige Denken „Gute Hörgeräte kosten immer 5’000 CHF und mehr“ hält sich nur, weil es nie sauber überprüft wurde. Die fünf Argumente zeigen klar: In der Schweiz bedeutet Qualität nicht Maximalpreis, sondern durchdachte Wahl, Abstufung und Verlässlichkeit. Hervorragende Technik darf ihren Wert haben – und gleichzeitig ist sehr gute, alltagstaugliche Hörqualität heute für praktisch jeden erreichbar, sei es durch passende Technologiestufen oder ein faires Abo-Modell. Das ist kein Kompromiss, das ist moderne Schweizer Lösungskultur.

Die neue Wahrheit ist kraftvoll und beruhigend zugleich: Du darfst gut hören, ohne Dich zu überfordern. Wenn Du heute handelst, schützt Du nicht nur Dein Gehör, sondern auch Deine Sicherheit im Verkehr, Deine geistige Fitness, Deine Gespräche am Tisch, Deine Eigenständigkeit und Deine Freude an Bewegung und Begegnung. Mein klarer Rat aus der Erfahrung: Warte nicht, bis Hören mühsam wird. Teste jetzt, erlebe den Unterschied und entscheide bewusst, so wie Menschen es tun, die hohe Lebensqualität schätzen. Der richtige Schritt heute ist klein –
die Wirkung auf Dein Leben ist gross.

 

 

Statistisches Bundesamt erkennt Leistungen als »Herstellung von Waren« an (To be Insider in 6 Minute n)

Was für viele als selbstverständlich angenommen wird, ist oft in der Realität anders. So geschehen bei der Erhebung von Handelsstatistiken und der damit verbundenen Zuordnung von Hörgeräte-Akustikern.

Nach dem Handels- und DienstleistungsStatistik – Gesetz (HdlDlStatG) können Unternehmen von den Statistischen Ämtern zur Offenlegung ihrer Umsatz- und Kosten-Strukturen gezwungen werden, um verlässliche Daten für eine Handelsstatistik zu erlangen.
In diesem Verfahren werden alle Wirtschaftsbereiche einer bestimmten Klassifikation zugeordnet. Maßgebend für die Zuordnung ist die Frage, ob der Unternehmens-Schwerpunkt der Hörgeräte-Akustiker im »Einzelhandel« oder in der »Herstellung» von Teilen für Hörsysteme liegt. Die Hörgeräte- Akustiker werden seit Jahrzehnten, wie auch die anderen Gesundheits-Handwerke, dem »Einzelhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln« zugeordnet. Im Rahmen der wirtschaftsystematischen Zuordnung der von Hörgeräte-Akustikern erbrachten Leistungen hatte schon vor vielen Jahren das Statistische Bundesamt (DESTATIS) darauf hingewiesen, dass Tätigkeiten, die die Beschaffenheit der Waren nicht verändern, den amtlichen Statistikbegriff »handelsübliche Manipulation« tragen. Und das ist für die Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha) nicht akzeptabel.

So hat sich die BIHA mit einer Petition an das Statistische Bundesamt und an das Statistische Amt der Europäischen Union (eurostat) gewandt. Als gefahrengeneigter Meisterberuf und als Sonderanfertiger kann unser Berufsstand nicht als »Händler« in den statistischen Archiven sein Dasein fristen. Dies würde weder dem hohen Leistungsanspruch, noch dem Berufsbild des Hörgeräte-Akustikers gerecht werden.

Leider wurde uns unmissverständlich mitgeteilt, dass es für die Zuordnung grundsätzlich nur auf die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit und nicht auf die laut Berufsbild oder Ausbildungs-Ordnung zu beherrschenden Fertigkeiten ankommt. Die Tatsache, ob die zu klassifizierende Tätigkeit von einem Voll-Handwerker oder Sonderanfertiger nach MedizinProdukteGesetz (MPG) ausgeübt wird oder nicht, spiele ebenfalls keine Rolle.
Bei all den statistisch-bürokratischen Formalien konnte nur noch ein persönlicher Termin beim Statistischen Bundesamt weiterhelfen, bei dem seinen Vertretern ausführlich dargelegt wurde, was die tatsächlichen Tätigkeiten eines Hörgeräte-Akustikers sind. Im Nachgang zu diesem sehr intensiven und konstruktiven Gespräch teilte uns nun das Statistische Bundesamt mit, dass die Anpassleistungen deutscher Hörgeräte-Akustiker unbestritten sind. Weiterhin wurde uns mitgeteilt, dass von der bisherigen ausschließlichen nationalen Klassifikation der Hörgeräte-Akustiker in den »manipulativen Handel« Abstand genommen wird. So ist das Statistische Bundesamt zu der Erkenntnis gelangt, dass Hörgeräte-Akustiker in größerem Umfang selbst Teile für Hörsysteme herstellen! »Hierzu zählen insbesondere Otoplastiken, Schallzuführungen an das Trommelfell und IdO-Hohlschalen, aber wohl auch Auflageplastiken (Unterfütterungen, Formteile), Gehörschutz und Teile für Hörbrillen. Als ›Hilfstätigkeiten‹ eingeschlossen sind die in diesem Zusammenhang erforderlichen Ohrabformungen«. Diese Tätigkeiten werden zukünftig als »Herstellung von Waren« im Sinne des Verarbeitenden Gewerbes klassifiziert.

Auch bei diesem Verfahren ist sehr deutlich geworden, wie unbekannt vielen Behörden unsere Tätigkeit ist und wie bedeutsam eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit für unseren Berufsstand und unsere Tätigkeit ist.
Während des Gesprächs mit den Vertretern des Statistischen Bundesamtes wurde ebenfalls die Möglichkeit erörtert, die Tätigkeit von Hörgeräte-Akustikern insgesamt in die europäische Klassifikation »Gesundheitswesen« umzusetzen. Für eine Revision der europäischen Klassifikation war es schon zu spät, da inzwischen die Arbeiten auf internationaler Ebene abgeschlossen waren. Für eine nächste Revision empfahl man uns, frühzeitig tätig zu werden, wobei sich der Zeithorizont auf ein bis zwei Jahrzehnte beziehe.

Der berufspolitische (Teil-)Erfolg wird allerdings nicht dazu führen, dass sich Hörgeräte-Akustiker dem Verfahren zur Heranziehung einer Handelsstatistik entziehen können. Diese bleibt eine staatsbürgerliche Pflicht. Abgrenzen sollten dann allerdings die Betriebe ihre Kenndaten hinsichtlich »Handel« und »Herstellung«, um nicht weiterhin ausschließlich als statistische Händler zu gelten.

Autor: Jakob Stephan Baschab

 

 

»Was gut ist für Deutschland …« (To be Insider in 4 Minute n)

Ergänzend zu unserer Delegiertenversammlung vom 16. Februar ist zu vermelden, dass viele deutsche Zeitungen über das Treffen des deutschen Kanzlers mit Kommissionspräsident Barroso am 15. Februar, bei dem auch die geplante Dienstleistungs-Richtlinie zur Sprache kam, berichteten.

Im »Handelsblatt« (15. 02. 2005) war zu lesen, dass »bei Lohn und Arbeitszeit die Mindeststandards des Landes gelten, in das sie (die Arbeitnehmer) entsendet werden« und »Pflegedienste und der Gesundheitssektor (…) inzwischen vom Herkunftsland-Prinzip ausgenommen werden« sollen.

»ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer warnte im 2DF-Morgenmagazin vor einem »Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Rechtsordnungen« als Folge der Richtlinie. Im Zweifel werde sich dabei das »Recht mit den geringsten Anforderungen« durchsetzen. Dies könne aber weder im Interesse Deutschlands noch in dem der EU sein.« (junge Welt 16. 02. 2005)

Schröder: EU ist kompromissbereit

Netzeitung.de, 15. Februar, 19:59, ergänzt 21:04

Bundeskanzler Schröder hat bei einem Treffen mit EU-Kommissionschef Barroso seine Wünsche zum Arbeitnehmer-Schutz klar gemacht. Der Kanzler deutete im Gegenzug Kompromisse bei den Finanzen an.
Bundeskanzler Gerhard Schröder ist zuversichtlich, dass die EU-Kommission im Streit um die Liberalisierung des europäischen Dienstleistungs-Marktes Kompromisse macht. Nach dem Treffen mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel sagte der Kanzler, die Kommission habe erkennen lassen, »dass sie mit sich reden lassen wird«. Nach Schröders Worten steht die Diskussion über die Richtlinie aber noch am Anfang.
Schröder hatte in dem Gespräch die Position Deutschlands klar gemacht, dass bestimmte Branchen wie Gesundheitswesen oder die öffentlichen Versorger von einer völligen Liberalisierung ausgenommen werden müssten. Die Kommission will Dienstleistern erlauben, europaweit Dienste nach dem Recht ihres Heimatlandes anzubieten. Dieses sogenannte Herkunftslands-Prinzip stößt bei mehreren Mitgliedstaaten, vor allem aber in Frankreich und Deutschland, auf Kritik.
Der Bundeskanzler betonte, dass die Betroffenen vor Sozial- und Lohn-Dumping geschützt werden müssten. Grundsätzlich stellte sich Schröder aber hinter die Liberalisierungspläne der Kommission: »Wir brauchen nicht nur einen Binnenmarkt für Güter, sondern auch einen für Dienstleistungen.«
Kommissionspräsident Barroso äußerte sich nicht konkret zu dem Thema. Er sagte nach dem Treffen:

Was gut ist für Deutschland ist auch gut für Europa, und
was gut ist für Europa ist auch gut für Deutschland.

Kommissionspräsident José Manuel Barroso

Autor: Jakob Stephan Baschab

 

 

 

Deutsche Berufsausbildung in Europa nicht unter Wert verkaufen (To be Insider in 3 Minute n)

Vor einer Abwertung deutscher Berufsabschlüsse warnen der Deutsche Industrie- und Handelskammer – Tag (DIHK), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Bundesvereinigung der Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA). Anlass war die Abstimmung des Europäischen Parlaments über die Richtlinie zur Anerkennung von Berufsqualifikationen am 10. Mai.

Hauptkritik-Punkt ist die darin vorgesehene Einstufung von Berufen in 5 Qualifikations-Niveaus. Danach würden die qualitativ hochwertigen deutschen Berufsabschlüsse mit ihrem starken Fokus auf berufliche Handlungsfähigkeit völlig ungerechtfertigt in das zweitniedrigste Niveau eingeordnet. Die Folge: der hochqualifizierte Handwerks-Meister würde faktisch einem EU-Arbeiter gleichgestellt, der nur über 2 Jahre Berufserfahrung verfügt.

Über den beschränkten Geltungsbereich dieser Richtine hinaus befürchten DIHK, ZDH und BDA eine negative Ausstrahlungs-Wirkung auf alle dualen Ausbildungs-Berufe. So könnte es dazu kommen, dass z.B. ein deutscher Mechatroniker in einem anderen EU-Mitgliedsstaat nur wie ein Angelernter eingestuft und bezahlt wird.

Die Verabschiedung einer aus den 80er Jahren stammenden, veralteten Niveaustufung, die ausschließlich auf formalen Abschlüssen und Zugangsberechtigungen basiert, wäre außerdem ein Griff in die bildungspolitische Mottenkiste. Nicht allein formale Zugangsregeln, wie z.B. das Abitur, sondern die tatsächlich vorhandenen Fähigkeiten müssen für die Qualität und die Einordnung von Abschlüssen entscheidend sein. Diesen Ansatz hat auch die EU-Kommission unlängst aufgegriffen, indem sie einen europäischen Qualifikationsrahmen zur Einordnung von erworbenen Kompetenzen entwickelt, der sowohl die berufliche wie universitäre Bildung umspannt. DIHK, ZDH und BDA unterstützen die EU-Kommission darin und wirken an der Ausgestaltung dieses richtungsweisenden und zukunftsfähigen Ansatzes des Qualifikationsrahmens aktiv mit.

DIHK, ZDH und BDA fordern das Europäische Parlament deshalb auf, das 5 Stufen-Schema in der jetzigen Form abzulehnen und stattdessen den notwendigen Paradigmenwechsel hin zu einem kompetenzorientierten Qualifikationsrahmen einzuleiten. Die deutsche Berufsausbildung darf in Europa nicht unter Wert verkauft werden.

Quelle: zg