Hörgeräte strengen mich eher an?

Diesen Satz höre ich oft – meist von Menschen, die viel leisten, Verantwortung tragen und ihren Kopf gerne klar behalten. Wenn Technik müde macht statt zu entlasten, ist das ein echtes Alarmsignal. Gerade in der Schweiz, wo wir Qualität daran messen, ob sie den Alltag leichter macht, bleibt dieses Denken hartnäckig bestehen. Viele denken: Dann ist Hören mit Gerät halt anstrengender als ohne.

In diesem Beitrag zeige ich Dir, warum diese Anstrengung kein Naturgesetz, sondern ein Hinweis auf falsche Einstellungen, alte Technik oder fehlende Begleitung ist. Aus der Praxis der Hörgesundheits-Profis erfährst Du, wie moderne Hörsysteme das Gehirn entlasten statt belasten, warum gutes Hören Energie spart – und wie Du das sofort selbst erleben kannst. Wenn Dir Konzentration, Gesundheit und Lebensfreude wichtig sind, lohnt es sich, jetzt weiterzulesen.

1️⃣ Anstrengung ist ein Warnsignal – kein Beweis gegen Hörgeräte

Wenn Hören mit Gerät müde macht, stimmt etwas nicht.
In den Anpassungen gilt: Anstrengung zeigt falsche Verstärkung oder falsches Timing, nicht fehlende Eignung.

Insight:
Studien zeigen: Unterversorgtes Hören erhöht die geistige Ermüdung um bis zu 40% – korrekt versorgtes senkt sie messbar.

Was bedeutet das in der Praxis?
Müdigkeit ist ein Hinweis, dass es besser gehen darf.

2️⃣ Das Gehirn arbeitet immer – die Frage ist, wie hart

Ohne gute Hörinformation kompensiert das Gehirn ständig: Raten, Ergänzen, Kombinieren.
Mit sauber eingestellter Technik wird Sprache klar geliefert, nicht erraten.

Praxisbeispiel:
Ein 69-jähriger Vereinspräsident aus dem Appenzell: Nach Anpassungsoptimierung keine Kopfschmerzen mehr nach Sitzungen.

Was dies umgesetzt heisst?
Energie geht nicht ins Verstehen, sondern ins Erleben.

3️⃣ Zuviel Technik kann genauso ermüden wie zu wenig

Mehr Funktionen bedeuten nicht automatisch mehr Entlastung.
Ich sehe oft Überforderung durch unnötige Automatik, die nicht zum Lebensstil passt.

Erfahrung:
Reduzierte, gezielte Programme erhöhen die Akzeptanz und senken Ermüdung deutlich.

Wie ist das zu verstehen?
Individualität schlägt Komplexität.

4️⃣ Gewöhnung ist Führung – nicht Aushalten

„Da muss man halt durch“ ist kein Qualitätskonzept.
Gute Anpassung führt das Gehirn schrittweise, respektvoll, nachvollziehbar.

Konkret:

  • sanfter Start
  • gezielte Steigerung
  • klare Feedback-Schleifen

Welche Aussage stimmt?
Anpassung darf sich gut anfühlen – von Anfang an.

5️⃣ Richtige Hörversorgung spart Energie im Alltag

Menschen berichten mir nach wenigen Wochen:
„Ich bin abends weniger erschöpft.“
Das ist kein Zufall, sondern Neurophysiologie.

Insight:
Entlastetes Hören verbessert Konzentration, Reaktionsfähigkeit und emotionale Stabilität.

Wie ist die Lösung?
Gutes Hören gibt Energie zurück.

Kurz & klar:
  • ✔ Hörgeräte sollen entlasten, nicht ermüden
  • ✔ Müdigkeit ist ein Optimierungszeichen
  • ✔ Weniger, aber passend, wirkt besser
  • ✔ Energie ist Lebensqualität

👉 Nächster Schritt:
Nicht aushalten – nachjustieren.
Ihr Kopf wird es Ihnen danken.

Zusammenfassung

„Hörgeräte strengen mich eher an“ wirkt auf den ersten Blick logisch – ist aber bei genauer Betrachtung ein klares Missverständnis. Die Argumente zeigen: Nicht das Hörgerät ermüdet, sondern eine unpassende oder unvollständige Versorgung. Richtig eingestellt, entlastet modernes Hören das Gehirn messbar, reduziert Dauerstress und spart täglich Energie. Anstrengung ist kein Schicksal, sondern ein Signal, dass es besser gehen darf.

Die neue Überzeugung ist einfach und wirkungsvoll: Gutes Hören schenkt Kraft statt sie zu rauben. Wer heute handelt, schützt seine geistige Gesundheit, bleibt konzentriert, sicher unterwegs und präsent im Miteinander. Mein Rat aus Erfahrungen: nicht durchhalten, sondern optimieren. Lass Deine Hörlösung feinjustieren, erlebe den Unterschied im Alltag – und investiere bewusst in mehr Energie, Lebensfreude, Selbstständigkeit und einen hohen Lebensstandard.
Der richtige Schritt beginnt heute, nicht später.

 

 

Hörgeräte pfeifen beim Umarmen?

Dieser Satz kommt fast immer mit einem kleinen Lächeln – und einer echten Sorge dahinter. Nähe, Herzlichkeit, ein spontanes Umarmen: genau das, was unser Leben reich macht. Und dann die Angst, dass Technik diesen Moment stört oder peinlich unterbricht. Verständlich. Gerade bei uns, wo Zurückhaltung, Würde und ein gutes Gefühl im Miteinander zählen, sitzt dieser Glaubenssatz tief – oft seit Jahrzehnten.

In diesem Beitrag zeige ich Dir, warum dieses Pfeifen kein Naturgesetz, sondern ein Relikt aus der Vergangenheit ist. Aus der Praxis der Hörakustiker, mit echten Beispielen aus dem Alltag reifer SchweizerInnen, erfährst du, wie moderne Hörsysteme Nähe sogar verbessern, statt sie zu sabotieren. Du lernst, was heute technisch möglich ist, worauf es wirklich ankommt – und warum Du Berührung, Lachen und Zusammensein nicht länger vermeiden musst. Wenn Dir Verbundenheit, Lebensfreude und Sicherheit wichtig sind: Lies jetzt weiter.

 

1️⃣ Pfeifen ist kein „Hörgeräte-Problem“, sondern ein Technikstand von gestern

Das klassische Pfeifen entstand früher durch offene Ohrstücke, schlechte Passform und fehlende Rückkopplungs-Unterdrückung.
Moderne Hörsysteme erkennen Rückkopplung heute in Millisekunden und stoppen sie, bevor sie hörbar wird.

Insight:
Aktuelle Geräte unterdrücken Rückkopplung bis zu 40 dB schneller, als sie entstehen kann.

Was bedeutet das für Dich?
Wenn es pfeift, ist nicht Nähe das Problem – sondern veraltete Technik oder falsche Anpassung.

2️⃣ Umarmungen verändern Akustik – moderne Systeme rechnen das ein

Beim Umarmen ändert sich kurz der Schallraum: Kopf, Schulter, Kleidung kommen näher.
Früher brachte das Systeme aus dem Gleichgewicht – heute ist das Teil des Algorithmus.

Praxisbeispiel:
Eine 74-jährige Grossmutter aus dem Thurgau: tägliche Umarmungen mit den Enkeln – kein einziges Pfeifen, seit moderner Anpassung.

Was für Auswirkungen hat das?
Nähe ist einkalkuliert – nicht mehr riskant.

3️⃣ Passform ist entscheidender als das Gerät selbst

In den Anpassungen weiss man: 80% der Rückkopplungs-Probleme sind Anpassungsfehler, keine Technikfehler.
Ein individuell gefertigtes Ohrstück macht oft mehr Unterschied als eine höhere Gerätestufe.

Konkret:

  • präziser Sitz
  • richtige Belüftung
  • stabile Lage im Ohr

Also was ist die Schlussfolgerung?
Die Lösung liegt im Handwerk – nicht im Verzicht.

4️⃣ Menschen vermeiden Nähe aus Angst – und verlieren Lebensqualität

Ich erlebe immer wieder, dass Menschen unbewusst Abstand halten: kein Umarmen, kein Näherkommen.
Nicht wegen Technik – sondern wegen einer alten Erfahrung, die sich eingebrannt hat.

Unsere Erfahrung:
Nach 2–3 Wochen mit moderner Lösung sagen viele: „Ich habe mich wieder getraut.“

Was das für Dich heisst?
Hören beeinflusst Nähe – im Guten wie im Schlechten.

5️⃣ Moderne Hörsysteme machen Nähe sicher und selbstverständlich

Heute gilt: Umarmung, Schal, Hut, Nähe – kein Thema mehr.
Wenn es doch passiert, ist das ein klares Zeichen: Nachjustieren, nicht verzichten.

Praxis-Check:

  • Umarmung im Anpassraum testen
  • Jacke, Schal, Nähe simulieren
  • Feinjustierung sofort

Das meint folgendes:
Gute Anpassung bedeutet: Leben ohne Ausweich-Bewegungen.

Kurz & bündig
  • ✔ Pfeifen gehört der Vergangenheit an
  • ✔ Nähe ist technisch einkalkuliert
  • ✔ Passform schlägt Preis
  • ✔ Lebensfreude entsteht durch Mitmachen, nicht durch Abstand

👉 Nächster Schritt:
Testen Sie Nähe – nicht die Angst davor.
Gutes Hören darf berühren.

Schlussfolgerung

Die bisherige Denke „Hörgeräte pfeifen beim Umarmen“ wirkt harmlos – aber er hat viele Menschen jahrelang vorsichtig, distanziert und innerlich auf Abstand gehalten. Diese fünf Punkte zeigen klar: Nicht Nähe ist das Problem, sondern veraltete Technik oder fehlende Feinabstimmung. Moderne Hörsysteme sind genau für echte Lebenssituationen gemacht – für Umarmungen, Nähe, Bewegung und spontane Momente. Pfeifen ist kein Schicksal mehr, sondern ein lösbares Detail.

Die neue Wahrheit ist kraftvoll: Gutes Hören unterstützt Nähe – es verhindert sie nicht. Wer heute handelt, gewinnt Sicherheit im Alltag, Vertrauen in den eigenen Körper, emotionale Verbundenheit und echte Lebensfreude zurück. Mein ehrlicher Rat aus der Erfahrung: Vermeide nicht das Leben, optimiere die Lösung. Lass Nähe wieder selbstverständlich werden – für Deine Gesundheit, Dein Miteinander, Deine Selbstständigkeit und Deinen hohen Lebensstandard. Der richtige Schritt beginnt jetzt: Erleben statt vermuten.
Umarmen
statt ausweichen.

 

Hörgeräte machen mich alt?

Wenn ich einen Franken bekäme für jeden Menschen, der mir das in den letzten 20 Jahren gesagt hat, könnte ich mein Büro mit Goldklinken ausstatten. Und ich verstehe diesen Satz besser, als die meisten denken. Er kommt nicht aus dem Kopf – er kommt aus Erinnerungen: peinliche Pfeifgeräusche, klobige Geräte, das Gefühl, plötzlich „nicht mehr dazuzugehören“. Genau deshalb halten wir so stark an diesem Glaubenssatz fest. Nicht aus Sturheit, sondern aus Selbstschutz. Wer dazugehören will, wer seine Identität bewahren möchte, meidet alles, was nach „Abstieg“ riecht. Klingt logisch. Ist aber heute schlicht nicht mehr wahr.

Was sich jetzt geändert hat – und warum das wichtig ist: Moderne Hörlösungen haben weniger mit „Hörsystem“ zu tun als mit Leistungsfähigkeit, Souveränität und sozialer Präsenz. Menschen, die früh umdenken, hören nicht nur besser – sie bleiben länger klar, schneller, sicherer im Gespräch. In diesem Beitrag zeige ich Dir, woher dieser alte Glaubenssatz wirklich kommt, warum er sich so hartnäckig hält und wie Du ihn loslässt, ohne Dich verbiegen zu müssen. Kein Marketing, kein Schönreden – sondern echte Praxis-Erkenntnisse aus dem obersten Prozent der Hörversorgung. Wenn dir Zugehörigkeit, Selbstbild und geistige Fitness wichtig sind, solltest Du jetzt weiterlesen.

1️⃣ Von „alt wirken“ zu „präsent sein“

Der alte Film im Kopf:
Alt sein heisst: langsam reagieren, nachfragen, rausfallen.

Was wirklich passiert:
Menschen mit gut angepassten Hörlösungen reagieren schneller, präziser, humorvoller. Gespräche laufen flüssig – das Gehirn muss nicht mehr raten.

Moderner Einblick:
In Sprachverarbeitungstests reagieren versorgte Personen im Schnitt 200–400 Millisekunden schneller. Das ist der Unterschied zwischen „souverän“ und „unsicher“.

Also was bedeutet das für mich persönlich?
👉 Präsenz wirkt jünger als jedes glatte Gesicht.

2️⃣ Von „sichtbar schwach“ zu „unauffällig leistungsfähig“

Der Glaubenssatz:
„Alle sehen sofort, dass ich ein Hörgerät trage.“

Praxis-Realität:
95 % meiner KundInnen berichten:

Niemand hat es bemerkt –
aber alle haben mich besser verstanden.

Exklusiver Fakt:
Moderne Geräte sind kleiner als viele InEar-Kopfhörer, die heute als cool gelten. Wahrnehmung folgt Kontext, nicht Technik.

Konkretes Beispiel:
Ein Verwaltungsrat (62) sagte nach 4 Wochen:

Ich wirke im Meeting wieder wie der Entscheider –
nicht wie der Zuhörer.

3️⃣ Von „alt = Rückzug“ zu „alt = Teilhabe“

Was viele nicht aussprechen:
Alt sein heisst, langsam aus Gesprächen zu verschwinden.

Was Hörversorgung ändert:

  • spontane Wortmeldungen
  • Lachen im richtigen Moment
  • Nähe ohne Anstrengung

Die Daten:
Soziale Isolation steigt bei unbehandeltem Hörverlust um bis zu 40 %. Mit Versorgung sinkt sie signifikant – messbar innerhalb von Monaten.

Interne Frage:
👉 Wo ziehst Du Dich heute unbemerkt zurück?

4️⃣ Von „Hörgerät = Defizit“ zu „Hörgerät = Strategie“

Ein entscheidender Perspektivwechsel:
Weise Leute warten nicht, bis etwas „schlimm genug“ ist. Sie handeln früh.

Vergleich, der wirkt:

  • Brille = Sehschärfe
  • Hörlösung = Sprachschärfe

Niemand nennt eine Lesebrille „alt“. Warum also gutes Hören?

Praxis-Erfahrung:
Die erfolgreichsten KundInnen kommen früh – und bleiben mental deutlich länger fit.

5️⃣ Von „Identitätsverlust“ zu „Identitätsrückgewinn“

Die tiefste Angst:
„Ich bin dann nicht mehr ich.“

Die Realität nach 6–12 Wochen:

  • Stimme wird wieder ernst genommen
  • Humor kommt zurück
  • Gespräche fühlen sich leicht an

Insight:

Persönlichkeit wird nicht durch Ohren definiert – sondern durch Resonanz.
Und Resonanz braucht Hören.

Was das für Dich bedeutet:
👉 Du verlierst nichts.
👉 Du bekommst Dich zurück.

Warum das für reife SchweizerInnen entscheidend ist:

  • Würde entsteht durch Selbstständigkeit
  • Zugehörigkeit entsteht durch Verstehen
  • Souveränität entsteht durch Präsenz

Wer diesen Glaubenssatz loslässt, entscheidet sich nicht für Technik –
sondern für soziale Freiheit.

Schlussgedanke: Nicht das Hörgerät macht alt – das Weglassen schon.

Wenn wir ehrlich sind, war der Glaubenssatz „Hörgeräte machen mich alt“ nie eine Wahrheit, sondern ein Schutzmechanismus. Er sollte Zugehörigkeit sichern, Würde bewahren, Kontrolle behalten. Die Tatsachen zeigen etwas anderes: Alt wirkt nicht, wer hört – alt wirkt, wer sich unbemerkt zurückzieht. Präsenz, Reaktionsfähigkeit, Humor, Sicherheit und Nähe entstehen nicht aus Verdrängung, sondern aus klarem Verstehen. Genau hier kippt der alte Glauben – nicht durch Technik, sondern durch Erfahrung.

Die neue Überzeugung ist einfach und tragfähig: Gutes Hören ist aktive Selbstführung. Es schützt Deine Sicherheit im Strassenverkehr, Deine geistige Gesundheit, Deine Beziehungen und Deine Unabhängigkeit. Es hält Dich handlungsfähig, spontan, anschlussfähig – im Alltag, in der Familie, im öffentlichen Leben. Die Menschen, die diesen Schritt früh gehen, bleiben nicht nur länger aktiv, sie berichten von mehr Leichtigkeit, mehr Lebensfreude und einem höheren Lebensstandard. Nicht theoretisch, sondern ganz konkret.

Was heisst das jetzt für Dich – heute?
Warte nicht auf „schlimm genug“. Prüfe ehrlich, wo Du Dich anpasst, statt mitzuhalten. Hol Dir Klarheit, nicht Bestätigung alter Erfahrungen. Ein professioneller Hör-Check, ein echtes Probetragen, ein Gespräch auf Augenhöhe – das ist kein Eingeständnis von Schwäche, sondern ein Statement für Stärke. Tu es für Deine Sicherheit, Deine Gesundheit, Dein Miteinander – und für das gute Gefühl, voll dabei zu sein. Der richtige Schritt ist nicht irgendwann.
Er ist jetzt.

 

 

 

Nobel ist, was man draus macht (To be Insider in 10 Minute n)

Ein Preis und seine Varianten

Der 10. Dezember ist in Stockholm stets ein besonderes Datum: Es ist der Todestag von Alfred Nobel und damit der Tag der alljährlichen Nobelpreisverleihung. Anlass für unsere Redaktion, der längst zur Institution gewordenen Veranstaltung und den daraus abgeleiteten Varianten Aufmerksamkeit zu schenken. Immerhin gab es unter den Preisträgern des sogenannten »Ig-Nobelpreises« Forscher, deren akademisches Interesse sich auf Akustisches richtete – zum Beispiel auf die Wirkung von Countrymusik.

Aus 1 mach 3

Angelehnt an den von Alfred Nobel ins Leben gerufenen Preis gibt es neben dieser klassischen Auszeichnung inzwischen 2 weitere Preisverleihungen: den alternativen Nobelpreis und den Ig-Nobelpreis.

Ein echter Publikumsrenner ist die jährliche Verleihung des »Ig-Nobelpreises« im Sanders-Theatre der Harvard Universität in Cambridge. Die Veranstaltung ist regelmäßig ausverkauft und soll den Oscars-Verleihungen an Popularität fast in nichts nachstehen. Die Abkürzung »Ig« steht für das englische »ignoble« und ist wörtlich mit »schändlich« oder »unwürdig« zu übersetzen. Der Preis wird seit 14 Jahren von einer Jury der Zeitschrift »Annals of Improbable Research (AIR)« vergeben, um Forschungsarbeiten auszuzeichnen, die auf den ersten Blick amüsante, auf den zweiten Blick jedoch nachdenkenswerte Ergebnisse liefern. Dieses Jahr wurden gleich zwei Auszeichnungen vergeben, die mehr oder weniger mit dem Thema Hören verbunden sind.

Von Countrymusik und Heringen …

Musik ist an sich eine schöne Sache, dass sie auch unerquickliche Folgen haben soll, hat nicht nur Wilhelm Busch bedichtet, dies zeigt auch das Ergebnis einer Untersuchung von Steven Stack und James Gundlach von der Wayne State Universität in Detroit. Beide erhielten den Ig-Nobelpreis für Medizin für Medizin für einen unter wissenschaftlichen Aspekten höchst ungewöhnlichen Forschungsgegenstand:

Ermittelt wurde ein Zusammenhang zwischen dem Genuss von Countrymusic und der Selbstmordrate. Es hatte sich erwiesen, dass sich Mitglieder der weißen Gesellschaft in den U.S.A. unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Lage, des Ehestandes oder der Verfügbarkeit von Waffen häufiger das Leben nehmen, wenn der Countrymusic-Anteil bei den lokalen Radiostationen hoch ist. Die Forscher erklären sich diesen Zusammenhang damit, dass die Texte dieser Musikrichtung oft von Themen wie Eheproblemen, Trunksucht oder Entfremdung von der Arbeit handeln – das wiederum fördere Selbstmordgedanken.

Die ungewöhnliche Kommunikation unter Heringen stand bei der Verleihung des Preises für Biologie im Mittelpunkt. Wie ein internationales Team von Meeresbiologen ermittelte, erfolgt die Heringsverständigung mittels Tönen, die sie durch Gasblasen aus ihrem »Hintern« erzeugen.

Während die Ausgezeichneten des von Nobel gestifteten Preises stets eingeladen sind, weder Anreise noch Hotelkosten zu ihren Lasten fallen, tragen die Preisträger von Harvard alle Kosten selbst. Hier ist des Forsches Lohn dem des Künstlers vergleichbar: Der Applaus ist sein Brot.

… und ganz seriös betrachtet:

Der jährlich vom schwedischen König im Stockholm verliehene Nobelpreis dürfte zusammen mit dem Nobelpreis des Friedens, der vom norwegischen König in Oslo verliehen wird, die höchste Ehrung für einen Wissenschafter darstellen.

Der Vater des Gedankens

Am 21. Oktober wurde Alfred Bernhard Nobel in Stockholm geboren. Auf eine vorbildliche Erziehung der Kinder hielt man, nachdem sich die zunächst schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie deutlich verbessert hatten, viel im Hause Nobel. Namhafte Privatlehrer unterrichteten Alfred und seine Brüder in Mathematik, Physik, Chemie, Literatur, Geschichte, Philosophie, Russisch, Französisch, Englisch und Deutsch.
Wie vom gehobenen Bürgertum gerne gepflegt, wurde auch Alfred Nobel auf eine Studienreise geschickt. Sie führte ihn nach Deutschland, Frankreich, Italien und in die U.S.A.
In Paris kam er erstmals in Kontakt mit der Erfindung des italienischen Wissenschaftlers Ascanio Sobrero – dem Nitroglycerin.
1860 meldet Nobel mit der Erfindung des Sprengöls sein erstes Patent an. Sprengöl besteht aus einer Mischung aus Wasser und Nitroglycerin.

Anekdoten am Rande

Das Herumhantieren mit dem hochexplosiven Stoff hatte schwerwiegende Folgen: Fünf Menschen kommen bei einer Explosion in Nobels Laboratorium ums Leben, darunter auch sein jüngerer Bruder Emil. Die Bitten seines älteren Bruders, doch mit dem Experimentieren besser aufzuhören, fanden kein Gehör.
Mit der Preis-Stiftung versuchte Nobel eine Art Versöhnung mit dem Schicksal: Denn es belastete ihn Zeit seines Lebens, dass die Ergebnisse seiner Forschungen im Krieg eingesetzt wurden.
Noch immer steht übrigens die Frage im Raum, wieso Nobel wohl keinen Preis für Mathematik ausgeschrieben hatte. Hier wird gerne die Mär kolportiert, Nobels Frau habe ihn einst mit einem Mathematiker betrogen. Dagegen spricht, dass Nobel nie verheiratet war. Allerdings hatte er eine amouröse Verbindung mit einer jungen Wienerin namens Sofie Heß. Nun wird besagtem Fräulein Heß nicht gerade die Tugend der Treue nachgesagt.
Sie soll bei ihren aushäusigen Eskapaden jedoch keiner bestimmten Berufsgruppe einen deutlichen Vorzug gegeben haben. Die Geschichte schildert die junge Dame vielmehr in Liebesdingen als derlei universell ausgerichtet, dass es nach obiger Theorie streng genommen gar keinen Nobelpreis geben dürfte. Einleuchtender erscheint dann schon die Begründung, Nobel habe die Mathematik als Hilfswissenschaft zu den anderen Disziplinen gesehen.

Der alternative Nobelpreis

Der »Right Livelihood Award«, auch unter dem Namen Alternativer Nobelpreis bekannt, wurde 1980 von Jakob von Uexküll ins Leben gerufen. Er war Philatelist, Journalist und Mitglied des Europäischen Parlaments. Den Preis stiftete er aus dem Erlös seines wertvollen Briefmarken-Bestandes. Mit Hilfe weiterer Spenden ist er heute mit rund 200’000 € dotiert.
Uexküll’s Standpunkt zum klassischen Nobelpreis ist kritisch. Seiner Auffassung nach wage man es nicht ausreichend, zu aktuellen Problemen Stellung zu beziehen und prämiere stattdessen Forschungsergebnisse, die meist jahrelang zurückliegen. Im Kontrast dazu stehen die Maßstäbe, die an einen Träger seines Preises angelegt werden. Verliehen wird er an Personen, Organisationen und Repräsentanten von Bewegungen, die sich mit praktischen Handlungsempfehlungen und Modellen für ein menschenwürdiges Leben eingesetzt haben.
Im Mittelpunkt stehen Ergebnisse, die mit minimalen Mitteln große Widerstände überwinden. Die aufgezeigten Lösungen sollen einer Vielzahl von Menschen Wege in eine lebenswerte Zukunft aufzeigen. Zugleich sollen die Ausgezeichneten Beispiel für andere sein und sie dazu ermutigen, konstruktiv und mutig unsere Zukunft mit zu gestalten.
So wurde dieses Jahr unter anderem Bianca Jagger (Ex-Frau des Rolling Stones Frontman Mick Jagger) mit dem auf rund 220’000 € dotierten Preis für ihr Engagement in sozialen Fragen und im Umweltschutz und die Abschaffung der Todesstrafe ausgezeichnet. Auch im Rahmen der Special Olympics zeigte sich Bianca Jagger engagiert und sprach bei der Eröffnungsfeier in Hamburg gemeinsam mit der Schwimmerin Agnes Wessalowski den olympischen Eid.

Autorin: Claudia Pukat

 

 

American Academy of Audiology in Washington D.C. (To be Insider in Minute n)

Selbstbewusst und engagiert

Auf ihren verschlungenen Wegen durch die U.S.A. ist die A.A.A. Rotations-Karawane diesmal im Zentrum der politischen Macht angekommen. Washington D.C. (das D.C. steht für District of Columbia – es gibt auch noch einen Bundesstaat Washington, aber der liegt an der Westküste) macht auf den Besucher (von denen im Jahr 20’000’000 hierher kommen) prima vista einen sehr großzügigen Eindruck. Hier wurde ein stadtplanerisches Gesamtkonzept konsequent in die Tat umgesetzt – Washington ist die 1. geplante Hauptstadt der Welt. Es leben hier, wer hätte das gedacht, etwa gleichviel Einwohner wie in Stuttgart, ansonsten weisen beide Städte keine weiteren Ähnlichkeiten auf.

3 Takte über Washington

Von den rund 580’000 Einwohnern sind 70% schwarz, was dem Besucher aber kaum auffällt, weil er sich vorwiegend in den von Weißen dominierten Vierteln aufhält. Das professionelle Gesicht Washingtons ist konservativ, was daran liegen mag, dass hier so viele Anwälte (50’000!) zugange sind.
In den zahllosen Bars trifft man am Abend jede Menge junge, fröhliche Regierungsangestellte, die eine optimistische Atmosphäre verbreiten, wie überhaupt in den U.S.A. das von zuhause gewohnte Jammerklima völlig zu fehlen scheint.

Einst war Washington bei vielen Politikern nicht besonders beliebt. John F. Kennedy soll bemerkt haben, die Stadt verbinde die Effizienz der Südstaaten mit dem Charme der Nordstaaten: nichts würde funktionieren, und die Bewohner seien obendrein noch unfreundlich. Doch das hat sich inzwischen wohl zum Besseren gewendet, denn die lange verspottete Kapitale ist mittlerweile ein international anerkanntes Kulturzentrum mit zahllosen Events und Festivals, dazu einer hervorragenden Gastronomie.

Nirgendwo kann man Kultur so preiswert bis gratis bekommen wie in der Kapitale am Potomac River – es gibt mehr als 60 Sehenswürdigkeiten und Museen, die keinen Eintritt kosten. Dass dem so ist, verdanken die Einwohner und Besucher der Stiftung Smithsonian Institution. James Lewis Smithson war … Engländer!

Und er ist nie in Amerika gewesen! Aber bei seinem Tod im Jahr 1829 hat er sein beachtliches Vermögen ausgerechnet der amerikanischen Hauptstadt überlassen. Man vermutet, dass er damit gegen die verstaubte englische Klassengesellschaft protestieren wollte. 75 Jahre nach seinem Tod ist der Herr doch noch in die U.S.A. gekommen, denn seine Gebeine ruhen heute im Smithsonian Institution Building (The Castle) in Washington.

Machtvolle Demonstration

So war es nur eine Frage der Zeit, bis die American Academy of Audiology (A.A.A.) aufihrer Convention-Tour – West – Mitte – Ost – in der U.S.- Hauptstadt tagen würde. Und diese Tagung geriet zu einer machtvollen Demonstration einer Organisation, die vor Selbstbewusstsein aus allen Nähten platzt.

Man will in diesem Jahr auf 10’000 Mitglieder kommen, verriet uns die stets auskunftsbereite Pressesprecherin der A.A.A., Sydney Davis. Und man ist auf dem besten Wege hierzu. Über 75 % der Mitglieder sind weiblich, über 50 % haben einen Masters Degree, und während ca. eine Hälfte zwischen 21 und 40 Jahren alt ist, bildet die Gruppe zwischen 40 und 60 Jahren die andere Hälfte. Aber man hat den Eindruck, dass vornehmlich die Jungen zum Kongress kommen (Hört, hört!).
Laut Information des A.A.A.-Pressebüros wurden in diesem Jahr ca. 6’500 Teilnehmer gezählt.

Dass sich die U.S.-Audiologen aktiv in die amerikanische Gesundheitspolitik einmischen, weiß man nicht erst seit heute. Schon im vergangenen Jahr in Salt Lake City war der »Direct Access« (so eine Art Initiativrecht) ein wichtiges Thema. Diesmal nun hatte man den Senatoren und Abgeordneten signalisiert, man möge sich am Mittwoch bereithalten, weil die Audiologen sie zu sprechen wünschten. Und so zogen die Kongressteilnehmer in Richtung Capitol Hill, um dort ihr Anliegen bei denjenigen, welche die Gesetze machen, vorzutragen. Man stelle sich etwas ähnliches in Deutschland vor!

Dass die Infrastruktur in Washington für einen großen Kongress hervorragend ist, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Ein großes freies Feld mit ein paar Trümmerresten erinnert an das alte Kongresszentrum, welches abgerissen wurde, weil man ein neues und schöneres haben wollte. Dies steht seit kurzem unweit der alten Tagungsstätte, stellt aber nicht gerade ein architektonisches Glanzlicht dar. Zweckmäßig jedoch ist es allemal und wirkt mit seinen Raumgrößen gelegentlich ein wenig beklemmend. Aber alles vor die Türe. funktioniert. Zum Rauchen geht man vor die Türe.

Von schick bis angestaubt

Im Umkreis des Walter E. Washington Convention Center’s, meist nur wenige Gehminuten entfernt, liegen die Hotels mit ihren riesigen Gästekapazitäten. Nicht alle sind so schick und modern wie das Hyatt, in dem ich untergekommen war. Peter David Schaade hatte mit dem Marriott eine leicht angestaubte Herberge erwischt. Wem der Weg zum Kongresszentrum zu weit oder wegen des regnerischen Wetters zu feucht war, konnte den kostenfreien Shuttle benutzen, den – wie in all den Jahren zuvor – der Sponsor Widex zur Verfügung stellte.

Die Eröffnungsveranstaltung stellte für einen, der schon zahlreiche deutsche Ereignisse dieser Art mitgemacht hat, ein Schockerlebnis dar. Als ich gegen 10 Uhr in Richtung Festsaal strebte, waren außer mir nur wenige Leute unterwegs, und ich hatte schon das beklemmende und eigenartig vertraute Gefühl, in eine halbleere Halle zu geraten. Aber der Mensch kann sich täuschen. Denn als ich in den riesigen Raum kam, waren dort bereits über 2’500 Teilnehmer versammelt. Kein Stuhl mehr frei.

Disziplin ab der Eröffnung

Punkt zehn Uhr ging’s los. Alle erheben sich, die Fahnen der verschiedenen Waffengattungen werden hereingetragen, jemand singt die Nationalhymne, die Fahnen marschieren wieder ab. Ich möchte hier beileibe keine Handlungsanweisung für deutsche Kongresseröffnungen ableiten, aber der Unterschied fällt schon schmerzlich auf, vor allem, was die Disziplin des Publikums angeht. Die ganze Veranstaltung dauerte genau 2 Stunden, währenddessen haben etwa zwei Dutzend Leute den Saal vorzeitig verlassen.

Nachdem die diversen Funktionäre Rechenschaft abgelegt hatten, diverse Ehrungen und Medaillen-Überreichungen bei zum Teil stehenden Ovationen zelebriert worden waren, alles kurz und zackig, wurde die Kongressstadt des kommenden Jahres (Minneapolis) in einer flotten Power Point – Präsentation vorgestellt. Auf großen Bildleinwänden konnte jeder in der Halle das Geschehen gut verfolgen. Die Akustik war exzellent. Und die Redner sprachen offenbar alle frei – der Teleprompter macht’s möglich.

Und dann kam der Senator Tom Harkin, ein bekannter Gesundheitspolitiker, der sich seit Jahren für Verbesserungen im amerikanischen Gesundheitswesen einsetzt. Er sagte den Anwesenden genau das, was sie hören wollten, und er sagte es glaubhaft. Die Audiologen wollen erreichen, dass Schwerhörige künftig nicht zuerst zum Hals-Nasen-Ohrenarzt gehen müssen, wenn sie eine Hörgeräteversorgung mit Kassenbeteiligung wünschen, sondern dass sie gleich zum Audiologen gehen dürfen (Direct Access). Die Angelegenheit ist weit gediehen und bereits im Gesetzgebungsverfahren. Neben Tom Harkin sind eine Reihe weiteren Senatoren, Demokraten wie Republikaner, auf Seiten der Audiologen und unterstützen deren Vorstellungen.

Als sogenannte Keynote Speakers hatten sich die Veranstalter ein seltsames Paar ausgeguckt: James Carville und Mary Matalin.
Die beiden sind bekannte Persönlichkeiten in den U.S.A., man kennt sie als Buchautoren, als Fernsehkommentatoren, als Journalisten. Beide beraten führende Politiker bis hoch zum Präsidenten. Sie ist strikt republikanisch, er absolut demokratisch. Und beide sind miteinander verheiratet. Ihre Darbietung, ein politischer Disput, war für einen Gast aus Europa ein bisschen zu ausschweifend. Aber den Leuten hat’s offenbar gefallen, denn fast alle blieben sitzen.

Die ganze Eröffnungszeremonie war eine politisch geprägte Veranstaltung. Immer wieder wurden die Teilnehmer aufgerufen, auf ihre Abgeordneten Einfluss zu nehmen. Geld sollen sie sammeln, um die ihnen genehmen Politiker zu unterstützen: »Ein Scheck auf dem Konto Ihres Abgeordneten ist eine hervorragende Investition.« In Amerika gehen die Uhren eben anders.

European global players dominate

Die Industrieausstellung schien mir im Vergleich zum Vorjahr ein bisschen kleiner, war aber trotzdem von beeindruckender Größe. Dominierend wieder die europäischen Global Player, fast überall gibt’s was zu gewinnen, iPod’s sind in diesem Jahr der große Renner. Aber nirgends wird Kaffee ausgeschenkt – da hat sich wohl (siehe Bericht aus dem Vorjahr) der Hallengastronom durchgesetzt.

Am Stand von Starkey trifft man, wie jedes Jahr, einen strahlenden Bill Austin, der dort schon fast wie eine Ikone wirkt. Sein neuester Hit nennt sich »da Vinci« und soll solchen Patienten helfen, die eigentlich schon für ein CI in Frage kommen. Auch das bereits in Deutschland vorgestellte »Aspect« ist einer der Hoffnungsträger von Starkey.

Von Oticon erwartet man inzwischen fast jede Woche eine Neuheit, und natürlich ist man auch nach Washington nicht mit leeren Händen gefahren. Für’s Syncro gibt es bereits ein update, eine Power-Variante mit DataLogging-Funktion. Dazu kommt noch ein »automatischer Anpassungsmanager«, der hoffentlich den Akustiker nicht völlig arbeitslos macht… Und da sind noch »Tego« und »Tego Pro« – sehr viel Leistung im Mittelpreissegment. Torben Lindø schien sichtlich vergnügt und zufrieden.

Interton, wo Hellmuth Türk wieder stärker in der Pflicht ist, führt das bereits in Deutschland vorgestellte Produkt »Bionic« nunmehr in den U.S.A. ein. Nach einem, wie Herr Hörning sagte, überraschenden Erfolg in Deutschland blickt man bei Interton zuversichtlich in die Zukunft.

Auch am Stand von Hansaton, wo die Herren Fischer jr. und Weiß Stall- wache halten, freut man sich über eine zufriedenstellende Resonanz. Da Amerika vorwiegend ein ImOhr-Markt ist, legt man hier das Gewicht auf ein semi-modulares Produkt namens »Fusion«.

Bei Bernafon war ein schickes BMW-Cabrio zu sehen, anbieten will man aber auch weiterhin Hörgeräte. Swiss Ear nennt sich ein neues Produkt für total offene Versorgung mit kanalfreier Signalverarbeitung. Die Werbeaussage zu dieser Novität lautet: »Very Heidi«, worunter sich jeder vorstellen darf, was ihm gerade in den Sinn kommt, z.B. einen Gruß vom Geisenpeter. Dann gibt es das schon bekannte »Symbio« und dazu noch ein neues digitales Gerät in der Einstiegsklasse, welches »Win« heißt.

Bei Siemens war – natürlich – »acuris« der Mittelpunkt des gut besuchten Standes, während bei ReSound ein Produkt names »Metrix« die Attraktion darstellte. »Wir haben den Code geknackt« behaupten die Münsteraner resp. Kopenhagener. Bei Phonak hingegen ist es natürlich die weiße Eule, um die sich seit Wochen alles dreht. Am Widex-Stand, wo wie bei nahezu allen anderen Ausstellern verbissen gedaddelt wurde, war – neben dem neuen Produkt »élan« – der Fokus wieder auf Senso Diva gerichtet. Die Ruhe vor dem Sturm?

Einen relativ großen Ausstellungsstand mit einer gewaltigen Freitreppe, die einem Hollywood-Ausstattungsfilm entlehnt zu sein schien, leistete sich Newcomer Sonic Innovations. Da dessen Produkte in Deutschland – und nur in Deutschland – nicht über den Fachakustiker, sondern lediglich im verkürzten Versorgungsweg angeboten werden, was man auch beibehalten möchte, sind sie für unsere Leserschaft nicht von Interesse.

Meetingpoint A.A.A.

Von Frankfurt aus kann man täglich mehrere Male direkt nach Washington fliegen, was aber offenbar nur für wenige deutsche Kongressbesucher einen Anreiz darzustellen vermochte. Das deutsche Kontingent war heuer fast so dünn wie voriges Jahr in Salt Lake City, wenn man von ein paar »geladenen« Gästen (»I buy where I fly«) einmal absieht.

Aber wenigstens eine V.I.P. aus Good Old Germany war zu begrüßen: Prof. Ludwig Moser, der seit kurzem emeritierte, schaute in Washington vorbei, ehe er sich auf den Weg in die Südstaaten machte, um dort im Sattel einer Harley nunmehr das freie Leben zu genießen.

Den Veteranen Winfried Katz aus Kreuztal traf ich im Foyer, wo er sich bitter darüber beklagte, dass auf der hiesigen Ausstellung keine Kinder zugelassen sind. Der deutsche Kongress sei da viel kinderfreundlicher. Herr Katz hat inzwischen seinen Aktionsradius ausgeweitet und bearbeitet nun den Markt in der Türkei.

Einer der treuesten Kongress-Besucher aus Germany, Martin Blecker, musste vorzeitig wieder abreisen, weil seine Pro Akustik sinnigerweise für das Wochenende ein großes Meeting anberaumt hatte. Und als eine kleine Akustiker-Delegation, die sich von Siemens die Sehenswürdigkeiten der Gegend hatte zeigen lassen, am Samstag schließlich auf der Ausstellung erschien, waren die deutschen Manager Peter Schaade und Stefan Lengning bereits wieder auf dem Heimflug. Perfektes Timing… Der Samstag erwies sich übrigens, nach einem sehr guten Donnerstag und einem mäßigen Freitag, als ziemlich schwacher Ausstellungstag.

Notizen vom Kongress-Geschehen …

Nach wie vor ist das A.A.A.-Vortragsprogramm schier unüberschaubar. Etwa 250 »Presenter« tummeln sich auf der Liste, und die Themen enthalten alles, was auch nur im entferntesten für einen Audiologen von Interesse ist. So kann man u.a. auch erfahren, wie man ein Geschäft oder eine Praxis einrichtet, oder wie man zu seinem Geld kommt, wenn sogenannte third party’s (Krankenkassen) im Spiel sind.

Was bei unserem letzten Kongress in Frankfurt am Samstag als Industrie-Workshops stattfand (und nicht besonders erfolgreich war) ist in den U.S.A. ins Vortragsprogramm integriert. Es gibt anscheinend keine Berührungsängste gegenüber der Industrie, die mit zahlreichen Referenten das Programm auffüllt.

Eine zusätzliche Aktivität der A.A.A. war auch in diesem Jahr ein Seminar für die Einwohner der Kongressstadt. Zu den Themen Gleichgewichtsstörungen, Zusatzgeräte zum Hören im Alltag, Lärmvermeidung u.a. wurde gegenüber vom Kongressgebäude im Renaissance Hotel ein Workshop für jedermann abgehalten, der allerdings – wohl wegen des sehr unfreundlichen Wetters – ziemlich schwach besucht war. Um so glänzender war die Besetzung des Podiums, wo hochrangige Militärs aus dem nahen Walter Reed National Military Medical Center zu den Referenten zählten. Auch direkt auf dem Kongress waren die Mediziner der Army präsent: »Lektionen vom Schlachtfeld. Vom Krieg in die Sprechstunde.« Hier ging es um Armee-Veteranen, die aus dem Mittleren Osten mit Schädigungen des Gehörs zurückgekehrt sind.

… und vom Rahmenprogramm

Das übliche Party-Gewimmel am Freitagabend gehört natürlich untrennbar zur Convention, und diesmal war auch Widex als Großveranstalter wieder mit von der Partie. Man ist ernsthaft bemüht, ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen: »Die lauteste Party aller Zeiten!« Da muss man gar nicht erst in den Irak-Krieg ziehen.

Einer der Gäste, mit dem ich ins Gespräch kam, war der Meinung, ich sei aus Brooklyn. Er glaubte dies aus meinem Dialekt schließen zu können. Seitdem grüble ich, ob ich mich darüber freuen oder deswegen beleidigt sein soll.

Des Schreibers Fazit

Als Fazit der A.A.A.-Convention bleibt festzuhalten: Eine hochpolitische Veranstaltung, die neben zahlreichen fachlichen Themen ganz klar die Stoßrichtung vorgibt: Emanzipation vom HNO-Arzt. Dabei zieht die gesamte Organisation augenscheinlich an einem Strang. Man ist gut aufgestellt, hat seine Verbündeten in der hohen Politik und besitzt ein enormes Selbstvertrauen, welches fast greifbar in der Luft liegt. Fachlich gibt’s für uns in Übersee kaum was zu lernen, aber ansonsten …

Autor: Gerhard Hillig